Dr. Blog

„Und?“ fragen mich seine Lachfalten „Wissen Sie schon weshalb Sie bloggen? Aufgrund eines Mangels, oder gar einer Überfülle? Oder…..?

„So wirklich ganz genau weiss ich das noch nicht.“

Er sieht das dünne Halblüglein sofort und streichelt ihm sanft einmal über den Kopf.
Ich sehe es nun auch. So arm sieht also eine Halbwahrheit aus.
Die kann ich doch nicht ganz alleine im Zeitengefüge stehen lassen. So hole ich sie wieder in mich hinein, auf das sie ihre andere Hälfte finden kann. Gemeinsam können Sie dann ausziehen.

„Bitte die Seele ein wenig öffnen – da sieht es soweit gut aus. Jetzt das Ego – bitte ein langgezogenes Aaaaa sagen. Aha, ja, ein paar verblasste orangefarbene Punkte deuten auf Likeritis hin. Aber der Infekt ist schon überstanden.“

Dr. Blog holt seine Tasche. Seine schwarzen Schuhe knarzen, er kramt den Rezeptblock hervor. „Schreibtherapie bis auf Weiteres. Scheint Ihnen gut zu tun.“

„Oh ja“, sage ich lächelnd, diesmal nichts Halbes in der Stimme.

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Foto: Grenzbereiche

Abendlicher Besuch

….vor einer halben Stunde:

„Wer hat den Schlauch schon wieder nicht weggeräumt?“

abendbesuch

„Wer issst hier ein Ssssslauch?“

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Vermutlich ist WerisssthiereinSssslauch ein Nachkomme/in von diesem Exemplar hier:

shaut

rund 1,60 m, wobei die abgestreifte Haut durch den Häutungsprozess wohl gedehnt ist. Sie lebt im ehemaligen Stallgebäude. Ich habe sie erst einmal live gesehen, aber bloss das letzte Ende von ihr, sozusagen. Dann hat sie uns ihre Haut hinterlassen. Sie ist vermutlich eine Natrix Natrix (Ringelnatter). Und in diesem Fall wird das „sie“ wohl stimmen, da die Weibchen länger werden als die Männchen. Aber um diese Länge erreicht zu haben, muss sie schon ein älteres Exemplar sein – mir wurde gesagt, so um die 10 Jahre (?)

Der kleine Schlauchling war nur circa 60-70 cm lang. Ich konnte ihn/sie ja nicht abmessen, hat sich doch sehr gefürchtet und es ist ja für Wildtiere totaler Stress, wenn sie von Menschen berührt werden. Schon das Fotografieren war wahrscheinlich anstrengend. Aber Schlauchling hatte es gar nicht eilig, wegzukommen. Ich konnte in aller Ruhe nach meiner Kamera suchen.

So, Männer des Hauses – ihr könnt jetzt wieder vom Tisch herunterkommen.