Eltern auf alten Fotos

Es ist seltsam sie so jung und ohne uns zu sehen. Als wäre ihr Leben vor unserer Geburt nur zweidimensional verlaufen, als Schwarzweiss-Fotografie in einem umgewidmeten Schuhkarton.
Weil sie doch schon lange vor uns da waren, können wir uns ihre Endlichkeit nicht wirklich vorstellen.
Doch nach und nach relativiert sich das Wort „immer“.

Später baut unser Intellekt dem Tod einen gläsernen Sarg. Wir wissen um ihn und können ihn auf Distanz betrachten. Er bleibt fern, wie ein Zahnarzt-Kontrolltermin für das übernächste Monat. Da ist doch noch so viel Zeit.
In dieser vielen Zeit ruht der Tod als pappendeckeliger Begriff bis zu seiner Auferstehung in der Realität.
Und dann kommt der Tag, wo Du niemandens Kind mehr bist.

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5 Gedanken zu “Eltern auf alten Fotos

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