Habseligkeiten

Hab‘ Seligkeiten!
Verstreue Augenblicke
verschwende Gedanken
verwirf das Zögerliche
verfehle Ziele und
verführe Freude
dennoch zum Bleiben
verlange nach Dir
versprich Dich oft,
um Dich zu halten
verfüttere Konventionen
verabsäume Fristen
verfahre leere Kilometer
verliere Fassungen
verwechsle Ewigkeit mit Licht

verzichte nicht –

hab‘ Seligkeiten!

Foto: Morguefile
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Venus‘ Brief

Der nie geschriebene Liebesbrief
einsam lag im Bett und schlief
er träumte von vielen bunten Marken
und davon
wie es wohl wäre
geschrieben zu sein

Da kam der Wind der nicht wehte
und trug ihn davon
ganz weit
bis vor der Göttin Thron

Venus sah ihn an und sprach:
ich habe schon nach Dir gesucht
in dich will ich senken
all jene Liebesworte
die sich die Menschen nicht schenken

Und wenn Zwei die sich wahrhaft lieben
mal wieder recht miteinander plagen
dann wirst du geschrieben sein

Deshalb flog er zu Dir nun heim.

Foto: Morguefile

Karma

So gehen wir unsere eigenen Wege,
sind einander dennoch nicht fremd geworden.
So leben wir unsere eigenen Fehler,
makellos.
Was das Deinige ist,
kann ich nicht leben.
Du das Meinige nicht für mich.
Jedes Wiederfinden birgt Schmerz, Verlust.
Und doch sind uns die Koordinaten
der Liebe
in die Haut geschrieben.

Seinlassen

Was, wenn ich nicht davon überzeugt bin das wir unser Schicksal streamlinen können – wenn wir nur „intensiv genug daran arbeiten“?

Was, wenn ich mir keine Gedanken darüber machen will, ob ich dem Götzen der „richtigen Ernährung“ heute schon Opferdienste geleistet habe?

Was, wenn all meine Unzulänglichkeiten und ich mal nur auf dem Sofa sitzen wollen, ein Buch geniessen?

Was, wenn ich sehe das mein Körper all das Erlebte, Ertragene ausdrückt – und kein Fitnessprogramm diese Spuren löschen kann?

Was, wenn ich mich zwar nicht gehen, aber sein liesse?

Schliesslich will ich – wenn die Zeit dafür kommt – nicht „optimiert“ sterben, sondern dem Leben mit einem Lächeln auf den Lippen eine letzte Liebkosung sagen.

Sparrow Landing

Foto: Morguefile